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Sparen Sie Steuern mit dem, was ein anderer für Sie bezahlt hat

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Kennen Sie das Bundesfinanzhofsurteil, wonach Sie auch dann Betriebsausgaben oder Werbungskosten steuerlich geltend machen können, wenn ein Dritter im eigenen Namen einen Vertrag für Sie abschließt und daraus resultierende Zahlungen selbst leistet? Das Ganze nennt sich Drittaufwand.
Wenn Ihnen das fremd vorkommt, lesen Sie hier weiter:

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Die Tücken der Ansparabschreibung nach § 7g EStG in Verbindung mit nichtabzugsfähigen Zinsen nach § 4 Abs. 4a EStG

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Die Tücken der Ansparabschreibung nach § 7g EStG
in Verbindung mit nichtabzugsfähigen Zinsen nach § 4 Abs. 4a EStG

Die sog. Ansparabschreibung ist bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen, Freiberuflern und auch für Existenzgründer ein beliebtes Mittel, um durch die Rücklage Steuerzahlungen in spätere Jahre zu verschieben und insgesamt eine Steuerverminderung zu erreichen. Sie kann bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen bis zu einer Höhe von 40% der Anschaffungskosten neuer beweglicher Wirtschaftsgüter gebildet werden, die in den beiden dem Abschlussjahr folgenden Wirtschaftsjahren angeschafft werden sollen. Eine tatsächliche Anschaffung ist aber nicht Voraussetzung für dieAnsparabschreibung.

Die Ansparabschreibung ist in dem Jahr aufzulösen, in dem die Anschaffung durchgeführt worden ist. Wird die Anschaffung nicht durchgeführt, ist die Ansparabschreibung spätestens zum Ende des zweiten auf die Bildung der Ansparabschreibung folgenden Jahres aufzulösen. Für den Fall, dass das Wirtschaftsgut, für das eine Ansparabschreibung gebildet worden ist, nicht angeschafft wird, ist in dem Jahr der Auflösung ein Zuschlag von 6% pro Jahr (max. also 12%) zu machen, der das Ergebnis der Steuerbilanz erhöht.

Lassen Sie sich darum zuvor ausrechnen, ob solche Abschreibungen vielleicht am Ende mehr Steuern kostet anstatt weniger Steuern.

In vielen Fällen hilft die Rücklage, richtig Steuern zu sparen. Aber nicht immer. Wir wissen warum und wann, weil wir es ausrechnen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen auf, dass die Verschiebung der Steuer für Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder Existenzgründer zu einer Steuermehrbelastung führen kann, die über 30% der aufgeschobenen Steuernachzahlung ausmachen kann.

Dies gilt unter zwei Voraussetzungen:

  1. Das Wirtschaftsgut, für das die Rücklage gebildet wurde, wird tatsächlich nicht angeschafft.
  2. Der betroffene Unternehmer oder Existenzgründer bzw. die Gesellschafter der Personengesellschaft hat bzw. haben in den Jahren ab 1999 bis zum Abschlussjahr aus dem Unternehmen (nach Verrechnung mit Einlagen) mehr Geld entnommen als das Unternehmen an Gewinnen erzielt hat. Dies hat dazu geführt, dass die Zinsen des Unternehmens in der Steuerbilanz nicht mehr in vollem
    Umfang abzugsfähig sind. Diese werden nämlich um 6% der zuviel entnommenen Beträge (sog. Überentnahmen) gekürzt (§ 4 Abs. 4a EStG).

Welche Auswirkungen das auf Ihren Gewinn und Ihre Steuerbelastung haben kann, zeigt das folgende Beispiel.

Bildung einer Ansparabschreibung für die Anschaffung einer neuen Maschine (= Wirtschaftsgut) in 2008 mit voraussichtlichen Anschaffungskosten von Euro 50.000,00. Die Ansparabschreibung wird in maximaler Höhe von 40% = Euro 20.000,00 gebildet. Die Investition wird nicht durchgeführt.

Die Zinsen sind in dem Unternehmen nicht mehr vollständig als Betriebsausgabe abzugsfähig. Die Bildung der Ansparabschreibung führt zu entsprechend höheren Überentnahmen. Für die Steuerberechnungen werden für die Jahre 2006, 2007 und 2008 unveränderte Steuersätze unterstellt.

Ermittlung des steuerlichen Gewinns nach Bildung der Ansparabschreibung:

Euro
2006 Bildung der Ansparabschreibung
Gewinn vor Bildung der Ansparabschreibung 100.000,00
Minderung durch Ansparabschreibung 20.000,00
Steuerpflichtiger Gewinn 80.000,00
Kürzung der abzugsfähigen Zinsen 6% von 20.000,00 1.200,00
Neuer steuerpflichtiger Gewinn nach Bildung der Ansparabschreibung 81.200,00
2007 Höherer Gewinn durch Ansparabschreibung
Gewinn ohne Bildung der Ansparabschreibung in 2007 100.000,00
Kürzung der abzugsfähigen Zinsen 1.200,00
Neuer steuerpflichtiger Gewinn nach Bildung der Ansparabschreibung 101.200,00
2008 Auflösung der Ansparabschreibung
Gewinn vor Auflösung der Ansparabschreibung 100.000,00
Erhöhung durch Ansparabschreibung 20.000,00
Zuschlag wegen Nichtdurchführung der Investition 12% von 20.000,00 2.400,00
Erhöhung der abzugsfähigen Zinsen 6% von 20.000,00 -1.200,00
Steuerpflichtiger Gewinn 121.200,00

Neben dem höheren zu versteuernden Einkommen ergibt sich ein nicht zu unterschätzender Effekt durch die unterschiedlichen Progressionswirkungen. Dies macht die Darstellung der Steuerberechnungen für die Jahre 2006, 2007 und 2008 mehr als deutlich. Es wird unterstellt, dass der Unternehmer in den Jahren 2006, 2007 und 2008 verheiratet ist und Kirchensteuerpflicht besteht. Weiter wird angenommen, dass die sonstigen Abzüge bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nach EStG jeweils Euro 20.000,00 betragen.

Daraus ergibt sich das folgende zu versteuernde Einkommen:

zu versteuerndes Einkommen Mit Ansparabschreibung Ohne Ansparabschreibung Differenzen
Euro Euro Euro
2006 61.200,00 80.000,00 -18.800,00
2007 81.200,00 80.000,00 1.200,00
2008 101.200,00 80.000,00 21.200,00
Summe 243.600,00 240.000,00 3.600,00

Die Belastung mit Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag wird in der nachfolgenden Aufstellung aufgezeigt:

Steuerbelastung Mit Ansparabschreibung Ohne Ansparabschreibung Differenzen
  Euro Euro Euro
2006 12.657,00 19.460,00 -6.803,00
2007 19.922,00 19.460,00 462,00
2008 28.153,00 19.460,00 8.693,00
Summe 60.732,00 58.380,00 2.352,00

Die Mehrsteuer in Höhe von Euro 2.352,00 bedeutet eine Verzinsung von 34,57% für 2 Jahre, bezogen auf die Steuerersparnis im Jahr 2006 von Euro 6.803,00. Diese „Zinsen“ sind steuerlich nicht abzugsfähig.
Es kann sich lohnen, nach anderen Möglichkeiten zu suchen die Steuernachzahlung zu finanzieren als mit Hilfe einer Rücklage oder Abschreibungen. Wir helfen Ihnen dabei. Rufen Sie uns an.


Mitnahme einer vor dem 01.01.2005 abgeschlossenen Direktversicherung mit Pauschalversteuerung bei Arbeitgeberwechsel

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Die Finanzverwaltung hat Regelungen zur Weiterführung von vor dem 01.01.2005 abgeschlossenen Direktversicherungen bei Arbeitgeberwechsel getroffen, die wir Ihnen in drei Beispielen kurz vorstellen. Sofern Sie Näheres zu dem Thema wissen möchten, rufen Sie uns bitte an.

PDF: Mitnahme einer vor dem 01.01.2005 abgeschlossenen Direktversicherung